am Neujahrsmorgen um 9 Uhr loszufahren ist schon hart. Die Straßen waren total leergefegt, nur 18 disziplinierte Deutsche schon auf Tour. Da das Apartheid-Museum geschlossen war, sind wir in Richtung Soweto aufgebrochen, an Soccer City vorbei, wo die Fußball WM 2010 ausgetragen wurde. Dafür hat uns Soweto, wo auch das Mandela-Haus steht, mit sehr vielen Facetten überrascht. Hier findet sich alles und man kann am Behausungsstatus erkennen, wer zu welcher Gesellschaftsschicht gehört. Fast könnte man von Kasten wie in Indien sprechen, denn eine Chance aus dem Elend der Slums herauszukommen, hat kaum einer. Die Ärmsten leben dort, eine Wellblechhütte ist schon kleiner Fortschritt. Sanitäranlagen und Strom der nächste. Die Mittelschicht wohnt in Einfamilienhäuschen, die wie Festungen aussehen. Sie sind mit Kameras gespickt und von Militärstacheldraht umgeben. Ich würde es da keine Minute aushalten! Übrigens wer was auf sich hält, hat sogar einen Mercredes auf seinem Gelände stehen - fast wie bei uns im Schwabenländle.
Das Mandela-Haus ist sehr unspektakulär. Mich haben eher die Straßenkünstler mit ihren körperlichen Verrenkungen fasziniert. Vor allem aber hat mich die Geschichte der Apartheid tief berührt. Nur weil jemand eine andere Hautfarbe hat, wurde er gelyncht, gefoltert oder erschossen - und das ist noch gar nicht so lange her. Ein bisschen spürt man die Rassentrennung hier. Es gibt Stadtteile in denen wir nicht alleine vor die Tür gehen.
Am Mahnmal des Schüleraufstands vom 16. Juni 1976 ging mir die Geschichte ans Herz, denn ein Vater, dessen Sohn hier erschossen wurde, hatte zur Erinnerung an seinen Sohn eine berührende Botschaft eingraviert.
Am Nachmittag haben wir dann noch das YMCA besucht und uns ein Hilfsprojekt angeschaut, bei dem Jugendliche von der Straße mit Kriminalität und Drogen für ein paar Stunden rausgeholt werden und etwas lernen, angefangen von Lesen übers Schreiben bis hin zur Körperhygiene. Auch Nelson Mandelas Gym steht hier noch. Bezaubert hat mich die Tanz- und Gesangsdarbietung der Teenies inmitten all’ dieser Trostlosigkeit. Denn da habe ich das Feuer in ihren Augen gesehen, die Leidenschaft und die Liebe zum Leben.
In diesem Sinne sende ich viele Grüße
Maggie














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