Dienstag, 5. Januar 2016

VON ENTDECKERN UND ANDEREN SCHÄTZEN...

Hallo Ihr Lieben,
heute war wieder ein Bustag, da wir rund 400 km von Mossel Bay nach Capetown zurücklegen mussten. Aber natürlich hat unser Guide ein paar interessante Zwischenstopps eingebaut, damit es uns nicht langweilig wird. Zunächst haben wir ein Museum am Abfahrtsort besucht, das die Geschichte der ersten Europäer, die an der Ostküste Afrikas gelandet sind, erzählte - zum einen über Bartolomeu Diaz, der hier 1488 landete, zum anderen über Vasco de Gama, der 1497 in Mossel Bay per Segelschiff ankam. Ein solches nachgebautes Segelschiff, eine Caravelle, steht heute in dem Museum. Das war sehr beeindruckend, weil die Besucher auch auf das Schiff drauf und die Kajüten besichtigen durften.
Ich frage mich, was das für Menschen waren, die mit ihrer Mannschaft in See gestochen sind ohne der ganzen Technik und des Wissens, das wir heute haben. Es gab keine App dafür und kein GPS. Sie haben sich aus unserer Sicht mit primitivsten Mitteln und unter widrigsten Umständen auf den Weg gemacht, um Neuland zu entdecken und zu besiedeln. Was hat sie angetrieben? Neugier, Mut zum Risiko und eine Vision. Ich muss an meine Eltern denken, die einst auch alles aufgegeben haben und uns ein neues Leben in einem anderen Land ermöglicht haben. Auch sie tragen die Eigenschaften der Entdecker in ihrem Herzen. Ohne ihren Schritt würde ich möglicherweise gar nicht so viel reisen und entdecken können. Danke dafür!
Danach haben wir uns eine Aloe Vera Farm besucht, aber das war so eine Kaffeefahrt mit Einkaufsmöglichkeiten. Die deutschsprachige Einführung war zwar auf Niederländisch, aber vielleicht macht das hier auch keinen Unterschied. Wir hatten jedenfalls unseren Spaß. Was habe ich gelernt: Aloe Vera hilft echt bei allem, was man so hat. Wie konnte ich überhaupt bisher ohne Aloe Vera leben?
Vorletzter Programmpunkt war in Hermanus, einem zauberhaftes Städtchen am Wasser, wo wir frischen Thunfisch gegessen und v.a. ganz viele Tipps von einem südafrikanischen Pärchen für Capetown bekommen haben. Der Mann war so freundlich, dass er sogar seine Lieblingsrestaurants abtelefonierte, um einen Tisch für uns zu reservieren. Gerade sind hier nämlich Sommerferien und daher muss man vorbuchen. Aber auch unser Reiseleiter hat immer ein paar Alternativen auf Lager, sodass jeder auf seine Kosten kommt.
Die Busfahrt war insgesamt lang, aber kurzweilig. Vor Capetown säumten kilometerlang die Cage-Towns ("Käfigstädte") die Straßen - im Prinzip etwas bessere Slums wie in Johannesburg. Auch in Kapstadt sollte man als Weißer nach Anbruch der Dunkelheit nicht alleine unterwegs sein. 

Da das Wetter gut war, kam das Beste zum Schluss. Das Universum hat noch eine sehr reiche Tafel für uns am Tafelberg gedeckt: Einen atemberaubenden Sonnenuntergang. Alle paar Minuten pinselte das Universum den Himmel für uns neu an - unglaublich! Einen schöneren Naturfilm habe ich bisher in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.
Mit diesen Bildern verabschiede ich mich jetzt von euch und grüße alle, die ein Entdeckerherz in sich tragen, heute ganz speziell Tobi und Marla in Melbourne;-)
Eure Maggie

















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