Donnerstag, 31. Dezember 2015

PRETORIA, PISTORIUS & PARTY

Hallo Ihr Lieben,
heute am Silvestermorgen haben wir Hippo Hollow in Richtung Pretoria verlassen und am Frühstückstisch hat sich noch ein Flusspferd von uns persönlich verabschiedet - unglaublich, ein Fleischkoloss, der sogar Rasen mähen kann;-). Es vollendete meine  Tiersafari, denn bis auf einen Leoparden habe ich alle Tiere gesehen, die mich interessiert haben. Und noch eine gute Nachricht: Auch die Mücken haben uns in Ruhe gelassen, sodass ich froh bin, die Malariaprophylaxe nicht genommen zu haben. Der Tag verflog hauptsächlich im Bus, weil wir knapp 500 km bis nach Johannesburg zurücklegen mussten. Aber zwei interessante Stopps hat es gegeben: Die Hauptstadt Südafrikas - jetzt Tshwane genannt - („zu dt. „Wir sind alle gleich.“), wo den Regierungssitz mit dem riesigen Nelson Mandela Monument besucht sowie uns den Stadtkern mit dem Gerichtsgebäude angeschaut haben, wo die Oscar Pistorius-Verhandlungen stattfinden. Insgesamt waren die Straßen leergefegt, da Silvester und Neujahr hier Feiertage sind. Der Regierungssitz wirkte sehr erschlagend und das Nelson Mandela Monument hätte auch eins von Mao Tsetung sein können. Die gesamte Szenerie hat mich an die China erinnert, lediglich die Uniformen bei den Touristen fehlten.
Auf dem Weg nach Johannesburg haben wir uns noch das Voortrekker-Monument angeschaut, das an die blutige Schlacht („Blood River“) vom 16.12.1838 erinnern soll, bei der die Buren die Zulus besiegt haben und Schritt für Schritt das Land besiedelten. Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, wie man als Treker mit dem Ochsenkarren von Europa nach Südafrika kommt - was haben die Menschen damals bloß auf sich genommen, um Wohlstand zu erlangen. Insgesamt wirkte das Bauwerk aber sehr steril auf mich.
Geben 17 Uhr haben dann unser Hotel in dem Vorort Sandton von Johannesburg bezogen, in einer eher  wohlhabenderen Gegend, was bedeutet, dass man abends auch alleine vor die Tür gehen kann. Hotels und Bürogebäude sowie Häuser sind hier in einer abwesenden Verteidigungsarchitektur gebaut, sodass der Vorort nicht sehr einladend wirkt. Doch eine rauschende Silvesterparty im Hardrock-Café hat uns schnell hinweggetröstet. Wir haben lecker gespeist, getrunken, getanzt und viel gelacht. Statt einem Silvesterfeuerwerk haben wir unsere Wünsche per Luftballon ans Universum geschickt und im Springbrunnen getanzt. Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr,
Eure Maggie













Mittwoch, 30. Dezember 2015

NIGHTDRIVE-SAFARI & DAYLIGHT CHILL

Hallo Ihr Lieben,
gestern sind wir noch zu einer so genannten Sunset-Safari aufgebrochen. Das ist eine sehr abenteuerliche Geschichte, weil man dann auch durch die Dunkelheit im offenen Jeep fährt und mit Scheinwerfern den Busch ausleuchtet bis einen ein paar Augen anstarren und dann schaut man - wie ein Fischer im Boot - auf seine Angel, was man am Haken hat:-)
Wir hatten ein paar Impalas und einen Mini-Hippo erwischt. Nichts Spektakuläres, aber die Entdeckerfreude war riesig. Was mich nachts aus dem Wagen begeistert hat, war der Sternenhimmel: Er ist ganz anders als bei uns und ich habe sogar das Kreuz des Südens gesehen. Ohne ein Sternenkenner zu sein, hat das Sternbild mich magisch angezogen und als ich nachlas, was ich gesehen habe, hatte ich Gänsehaut;-) Genauso bezaubernd war ein Flusslauf, der unter unseren Scheinwerfern ein Meer aus Glühwürmchen hervorbrachte. Wir haben das Licht ausgemacht und den Atem angehalten. Die Glühwürmchen sahen aus wie tanzende Sterne - magische Momente, die sich fest in mein Abenteurerherz eingebrannt haben. Davon gibt es keine Fotos, aber danke Universum, dass du mir diesen Augenblick geschenkt has;-)
Vor dem Sonnenuntergang haben wir aber auch sehr viele Naturwunder gesehen, v.a. stillende Tiere; diese Bilder habe ich für euch festgehalten. Der gähnende Hippo ist übriigens auf unserem Hotelgelände (Hippo Hollow Lodge) zu finden. Im Flußabschnitt, der zum Hotel gehört, baden die Nilpferde tagsüber oder tauchen unter und nachts grasen sie am Ufer. Ein bezauberndes Bild! 
Überhaupt kann ich die Anlage nur empfehlen, weil alles sehr naturbelassen ist und das intakte Ökosystem funktioniert. Genau deswegen habe ich heute nach einem leckeren Frühstück mit frischer Maracuja und Ananas einen gechillten Tag in der Pool-Liege verbracht und mir die Zeit genommen, um Fotos zu sortiren und euch auf dem Laufenden zu halten. Heute Abend heißt es Packen und dann gehts nach Pretoria, der Hauptstadt Südafrikas. Ich bin schon gespannt wie ein Flitzebogen,
Sonnige Grüße
Eure Maggie







Dienstag, 29. Dezember 2015

GOLDRAUSCH, GEWÄSSER & GESICHTER

Hallo Ihr Lieben
heute haben wir die Panoramaroute gemacht und sind teilweise ins Gebirge auf über 2000 Meter gekommen. Das Grün ist hier noch satt und sogar der Nebel hat uns kalt erwischt, was sehr erfrischend war bei der afrikanischen Hitze (hier ist ja gerade Sommer). Im Tal und im Flachland hält seit Wochen eine Dürre an, die Natur uns Tier nicht so gut bekommt. Auch wir Gäste hatten 24 Std. kein Wasser im Hotel und gehen damit sehr sparsam um. Wasser ist Leben - die Dürre führt es uns vor Augen.
Auch im Blyde River Canyon macht sich die Dürre bemerkbar. Hier bezaubern sonst schöne Wasserfälle die Reisenden, wir bekamen ein paar kleine Rinnsale zu Gesicht, daher habe ich keine Fotos gemacht. Von dort aus fuhren es durch kleine Goldgräberstädtchen, die wie eine Kulisse aus einem Western wirkten. Wir fühlten uns in die Zeit der Goldgräber zurückversetzt und gleichzeitig wie in einer künstlichen Theaterwelt gefangen. Der Goldrausch ist längst vorbei, der Tourismus die einzige Einnahmequelle dieser fast ausgestorbenen Nester. Die Kluft zwischen Arm und reich ist mir wieder einmal bewusst geworden. Die Kinder verkleiden sich hier mit einem Blaumann als Goldgräber, um den Touristen ein paar Süßigkeiten abzuluchsen. Nebenan speist die Südafrika-Oberschicht im 5-Sterne-Hotel zum Mittagessen. 
Eine Attraktion für die Touristen: Pilgrim´s Rest, das ursprünglich eine Kirche war, die von Mosambik auf Ochsenkarren transportiert wurde. Heute ist es eine Kneipe, in der der Barkeeper für ein Bier eine Geschichte erzählt. Also ich würde hier sehr schnell zu einem Bierbauch kommen mit meinem Vorrat an Geschichten;-)
Beeindruckend waren auch die Stände und Märkte entlang unseres Weges. Die Frauen verkaufen hier hauptsächlich Baumwolltücher, Holzschalen und Macademia-Nüsse (sehen im Netz aus wie runde, helle Kastanien). Es gibt auch überall frische Mangos und Maracujas. Sehr lecker! Die Männer verkaufen ihr Schnitzwerk, das mit Schuhcreme poliert wird oder kleine Bronzestatuen, die mit Grünspan überzogen sind. Einer von Ihnen hat mich gefragt, ob ich meine Turnschuhe noch brauche und ob ich ein zweites Paar dabei hätte. Leider nein. Ich habe an diesem Tag hauptsächlich die Gesichter dieser Menschen für euch eingefangen und ein jedes erzählt seine Geschichte, seht selbst....
Herzliche Grüße
Eure Maggie





















Montag, 28. Dezember 2015

AUF SAFARI - THE BIG 5 AND MORE...

Hallo Ihr Lieben,
heute morgen wurden wir per Türklopfen um 4:15 Uhr geweckt, um auf Safari zu gehen. Da die Tiere um die Mittagszeit wie die Menschen in südlichen Regionen Siesta machen, muss man sich früh aufmachen, um ein paar wilde Tiere vor die Linse zu bekommen. Nach dem Nachtflug und der gestrigen Busfahrt, war das echt hart, aber wir wurden belohnt. Da es bewölkt war und erst mittags heiß geworden ist, konnten wir nicht nur "the big five" (das sind Elefant, Büffel, Löwe, Nashorn und Leopard) sehen, sondern noch weitere Tiere. Eines sei schon einmal vorweggeschickt: der Leopard fehlt noch. 
Am meisten haben mich die Löwen, Aasgeier, Warzenschweine und Giraffen beeindruckt. Wir haben einen Rudel Löwen in 5-10 Metern Entferung beobachtet und einen davon sogar bei seinem Frühstück. Dem Blick einer Löwin musste ich wirklich ausweichen, weil ich Angst hatte als Nachtisch verspeist zu werden. Es geht etwas Machtvolles und Majästetisches von diesen Tieren aus. Sie sind sich ihrer Überlegenheit sehr bewusst, machen nur kleine gemächliche Bewegungen und dann, wenn es darauf ankommt, konzentrieren ihre ganze Kraft auf die Beute und packen zu. Ich kam mir in dem Moment so nackt und vollkommen schutzlos vor und irgendwie auch total lächerlich - sehr heilsam diese Lektionen im Tierreich;-). Wir Menschen nehmen uns einfach viel zu wichtig! Ich dachte nur: Verdammt, das ist kein Zoobesuch, hoffentlich geht das gut, da wir mt einem offenen Jeep gefahren sind und es keine Möglichkeit gab, sich zu verstecken. Unser Guide Erwin war fabelhaft und hat jede Situation bestens eingeschätzt, obwohl es einen Moment gab, indem er nicht sonderlich glücklich aussah.
Aber nun zu den Aasgeiern: sie haben die Eingeweide von einem erlegten Nashorn herausgezupft und gegessen. Es stank bestialisch! Das riesige Gerippe zu sehen und die Vögel mit einer Spannweite von bis zu drei Metern darauf - das sah sehr gewaltig aus. Leben und Tod in einem eindrucksvollen Bild.
Mein Lieblingstier ist neuerdings das Warzenschwein, seht selbst, es sieht aus wie eine Kreuzung zwischen Wildschein und Nilpferd. Es ist ganz putzig und wuselt trotz der imposanten Körpermasse recht schnell durchs Gebüsch. Und die Giraffe ist die Königin des Nationalparks und ihre Hörner wirken wie eine Krone. Sie schaut immer vergnügt und kaut mit einer Entspanntheit ihr Essen, dass es Freude macht zuzuschauen. Daneben haben wir noch Springböcke, Büffel, Seekühe, Elefanten, Adler, Nashörner, Zebras; Kudus und Impalas, dazu versch. Affen und Schildkröten gesehen. Bei den Antilopen hat mich ihre Grazie überwältigt, sie schaffen es sogar vor dem hungrigen Löwen hin- und herzutänzeln und dann bei Bedarf schnurstraks davonzuhüpfen oder auch nicht. Irgendwie wirkte die Safari wie ein Dschungel-Ballett auf mich. Insgesamt hat das Universum heute sein Füllhorn üner uns ausgeschüttet - Danke dafür, die acht Stunden im Jeep haben sich gelohnt und die neue Kamera hat sich bestens bewährt;-)
Herzliche Grüße
Eure Maggie